«It’s a bit disgusting» – Speckkäfer in Aktion

17. Juni 2019 | Thorsten-D. Künnemann

«Extrem eindrücklich, aber zugleich auch ein bisschen widerlich»: Im Biocampus steht seit einiger Zeit ein Terrarium, in dem wir die Verwertung von toten Tieren durch Dornspeckkäfer beobachten können. Die Reaktionen auf das neue Exponat könnten unterschiedlicher kaum sein.

Was einige unserer Besucherinnen und Besucher als «gruusig», «unnatürlich» oder «Tierquälerei» empfinden, ist eigentlich Natur in ihrer reinsten Form. «Mir tun die Mäuse leid, aber das ist die Natur», schreibt eine Schülerin auf einen der Zettel, die wir für Rückmeldungen beim Exponat bereitstellen. Ein anderer Schüler versteht den Prozess dahinter ebenfalls und schreibt auf den Zettel: «Ich finde es gut, dass Insekten und andere kleine Tiere hier leben können. Und auch die toten Tiere werden wiederverwertet. So werden auch weniger Tiere krank.» Andere zeigen sich beeindruckt: «Impressionnant la vitesse à laquelle les insectes mangent les animaux», schreibt beispielsweise eine Besucherin.

Um sich ein Bild darüber zu machen, wie lange die Käfer benötigen, bis von der Maus nur noch Haare und Knochen übrig sind, haben wir das Spektakel während drei Tagen gefilmt und eine Zeitrafferaufnahme hergestellt:

 

«Es ist eigentlich was Gutes, dass es nicht verschwendet wird. Aber es ist grusig!»

Die Insekten im Terrarium sind Speckkäfer. Diese Tiere sind Aasfresser und ernähren sich auch in der Natur von toten Tieren und bauen alles ausser Knochen und Haare ab. «Wenn sie das nicht machen würden, dann wären 1000 tote Tiere auf der Strasse. Also gut!», meint ein weiterer Besucher des Biocampus. Es ist der natürliche Abbauprozess, der in der Natur tagtäglich vonstattengeht und den wir normalerweise kaum mitbekommen. Im Biocampus können unsere Besucherinnen und Besucher jetzt ganz nah beobachten, wie die Speckkäfer arbeiten und den Kadaver innert kürzester Zeit verarbeiten.

Unser Biologie-Team bezieht die bereits verstorbenen Tieren von Wildhütern. So werden die Tiere nicht extra für dieses Exponat getötet.

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