Ein Revier für Neugier: Neugier und die Rolle der Erwachsenen
2. November 2020
Wie ein Kind seine Neugier auslebt, wird wesentlich von Erwachsenen mitbestimmt. Wann immer ein Kind sich daran macht, die Welt um sich herum zu erkunden, wird es von Erwachsenen auf bestimmte Dinge hingesteuert und von anderen weggelotst. Das prägt das Kind und seine Neugier ein Leben lang.
Dieser Eingriff der Erwachsenen passiert nicht zuletzt auf Einladung des Kindes selbst. Ob es einem Trieb nachgeht oder sich emotional für etwas begeistert – stets sucht das Kind dabei die Komplizenschaft der Eltern oder einer Lehrperson. Freut sich meine Mutter, wenn ich das tue? Oder macht sie ein besorgtes Gesicht? Aus einer Reihe von Studien wissen wir, dass die Einladung oder das Verbot seitens der Eltern sehr viel einflussreicher ist als jedes inhärente Risiko, das selbst ein Baby situativ erkennen würde.
Babys und Kinder suchen nicht nur nach der Erlaubnis, sich etwas nähern zu dürfen oder sich besser davon zurückziehen. Sie suchen auch nach Anleitungen und Orientierung, wie sie die Welt um sich herum erkunden sollen. Wie Erwachsene auf diese Erkundungen reagieren, wie sie dabei mitspielen und die Neugier dabei befördern bzw. diese erschweren oder gar verhindern – aus all diesen Erlebnissen entwickelt ein Kind über die Zeit eine unbewusste «Haltung» zur Neugier. Diese prägt das Kind, wenn es aufwächst und selbst erwachsen wird. Und jene Haltung wird es auch ein Leben lang begleiten.
Parallel dazu bilden sich dabei eine ganze Reihe von weiteren Charaktereigenschaften aus, die eng mit der Neugier zusammenhängen: Mut, Offenheit, Resilienz, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und viele weitere mehr.
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