Walk through the Woods: «Lernen als Nebenertrag»

30. Dezember 2019 | Sarah Kohler

Für das englische «serendipity» gibt es keine deutschsprachige Entsprechung. Im Selbstverständnis des Technorama – und vielen anderen Science Centern weltweit – spielt es aber eine zentrale Rolle.

Wikipedia beschreibt Serendipity als «eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist. [Damit] verwandt, aber nicht identisch ist die weiter gefasste Redewendung vom glücklichen Zufall. Serendipität betont eine darüberhinausgehende Untersuchungstätigkeit, eine intelligente Schlussfolgerung oder Findigkeit.»

In der Geschichte der Wissenschaften gibt es zahlreiche Beispiele für Serendipität, angefangen von der Entdeckung Amerikas 1492 –Kolumbus wollte ja eigentlich nach Indien segeln – bis hin zur Erfindung des Klettverschlusses.

Vieles im Technorama, vom Design der Exponate bis hin zum Konzept des Stangenwalds im neuen Technorama-Park, will diese Form des Entdeckens ermöglichen. Wir verwenden dafür das Bild von einem «walk through the woods» und meinen damit eine unabsichtliche Aufmerksamkeit, mit dem wir den Wald und seine Gegenstände erkunden.

Wie Neugier in diesem Verständnis geweckt und genährt werden kann, hat unser englischer Kollege Ian Russell in einem kleinen Film festgehalten:

Das ganze Geheimnis des Technorama liegt also in der speziellen Atmosphäre, die den Besucherinnen und Besuchern helfen soll, Neugier zu transformieren.

Tatsächlich lernen wir im täglichen Leben oft nicht absichtlich, sondern unabsichtlich. Die Ursprünge dieses inzidentellen Lernens finden sich bei John Dewey, der das Lernen als «Nebenertrag» bezeichnet hat und der eine wichtige Rolle in der Didaktik des Technorama spielt.

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