Science Today: Perlmuttwolken

31. Januar 2020 | Sarah Kohler

Wolken sind normalerweise weiss, grau, vielleicht mal schwarz. Morgen und abends leuchten sie auch rosa, rot und orange. Aber gleich mehrfarbig?

Ein relativ seltenes Phänomen färbt Wolken in ungewöhnlichen Farben oder lässt sie sogar das ganze Farbspektrum hervorbringen, wie man das von Öl- oder Benzinlachen kennt. Wenn sich die Sonne im richtigen Winkel befindet – und typischerweise auch vom Beobachter verborgen ist – kann man solch schillernde Wolken sehen. Sogenannte polare Stratosphärenwolken, auch Perlmuttwolken genannt, bestehen aus kleinen Wassertröpfchen von nahezu gleichmässiger Grösse. Sie beugen das Sonnenlicht auf eine Weise, dass die Wellenlängen der einzelnen Farben unterschiedlich stark abgelenkt werden. Deshalb kommen die verschiedenen Farben aus leicht unterschiedlichen Richtungen auf den Beobachter zu.

Viele Wolken beginnen mit gleichförmigen Tröpfchen und könnten also auch zu irisierenden Perlmuttwolken heranwachsen. Sie werden dann aber schnell zu dick, zu gemischt oder sind zu weit von der Sonne entfernt, um dieses auffällige Farbenspiel zu zeigen.

Perlmuttwolken können nur bei Temperaturen unter –78 °C in der Stratosphäre in über 20 km Höhe entstehen. Dies geschieht regelmässig im Winter in den Polarregionen. Dieses Video wurde deshalb Ende des letzten Jahres über dem schwedischen Östersund aufgenommen – faszinierend!

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