Elektrische Kraft - Gedicht von Richard Spoerri

2. Februar 2019 | Thorsten-D. Künnemann

Bild: Luigi Aloisio Galvani entdeckt die „tierische Elektrizität (Quelle: Wellcome Library, London / CC BY-SA 4.0)

 

Am 1. Dezember 2018 veröffentlichte die NZZ in ihrer Rubrik „Adventskalender“ einen Beitrag zur Entwicklung der ersten Batterie. Ausgehend von Galvanis 1791 veröffentlichten Versuchen mit zuckenden Froschschenkeln und der von ihm beschriebenen „tierischen Elektrizität“ versuchten Wissenschaftler in aller Welt die Ursachen des Phänomens der zuckenden Froschschenkel zu ergründen. Alessandro Volta kam schliesslich zur Erkenntnis, dass es weniger die Muskeln der Tiere waren , die Elektrizität erzeugten, sondern die Verbindung der beiden verwendeten Metalle in dem Versuch. Er verband Kupfer- und Zinkplatten mit salzwassergetränktem Leder zur Voltaschen Säule – die erste Batterie.

Der Technoramabesucher und ehemalige Sekundarlehrer Richard Spoerri war von diesem Artikel und dem Siegeszug der Elektrizität so begeistert, dass er die wichtigsten Meilensteine der elektrotechnischen Entwicklung in einem selbst verfassten Gedicht zusammenfasste und dem Technorama zustellte. Gerne veröffentlichen wir seine Zeilen hier:

 

Elektrische Kraft

Von Land zu Land und in die Häuser
durch Kupferkabel wetzt sie blind,
vertrackt verdrahtet überall.
Wie’s weiterhilft, weiss jedes Kind.

Erfindergeist hat sie entdeckt.
Ein toter Frosch war dabei wichtig:
Sein Schenkel zuckte am Eisenstab;
erstaunt machte Volta Versuche und richtig.
Batterien lieferten erstmals Strom.
Werner Siemens forschte drauf mit Mumm,
er wand genial bei Elektromagneten
die Drähte fix ums Eisen rum.

Die Wasserräder schafften dann
in Dynamos elektrische Stärke;
Rotoren darin, die rasend drehten,
erzeugten Wechselstrom für Werke.

Die Arbeit mit Motoren, Maschinen
läuft flott, macht reichlich Menschen satt;
sie ist verquickt mit dieser Kraft,
Fabriken brummen, nachts leuchtet die Stadt.

Hätt nicht das Bein gezuckt, das tote,
wär vieles mühsam, krumm gelaufen:
Wir könnten wohl weder Telefone
noch pfiffige Flimmerscheiben kaufen.

Dank Zufall, Schläue, Pröbeln und Fleiss
gelang es, das Leben leichter zu lenken.
Die Tüftler, die Edisons, haben’s vollbracht,
uns reihenweise Wunder zu schenken.

Richard Spoerri, Dezember 2018

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