Inhalt - Projekt: Park und Wunderbrücke

Projekt: Neugestaltung Park mit Wunderbrücke

Technorama-Park-Detail

Technorama-Park-Wunderbrücke

Technorama-Wunderbrücke-Oberdeck

 

Die Neugestaltung des Parks des Swiss Science Center Technorama umfasst die Erweiterung der bestehenden Ausstellung mit zahlreichen grossformatigen Outdoor-Exponaten inmitten einer weitläufigen Parkanlage, den Bau der „Wunderbrücke“ und die Revitalisierung des Riedbachs. Das entsprechende Baugesuch wurde im Juli bei der Stadt Winterthur eingereicht. Mit dieser substantiellen Aufwertung des Parks ermöglicht das Technorama spektakuläre Erfahrungen mit Naturphänomenen in XXL-Dimensionen und erhöht damit seine Attraktivität auch als Schönwetterdestination.

Das Parkgelände des Technorama bietet mit einer Fläche von gut 15‘000 Quadratmetern mehr als zweimal so viel Platz wie die Ausstellungsräume im Haus. Nach über 30 Jahren Betrieb ist die Infrastruktur des Parks allerdings veraltet, das Wegenetz in einem nicht mehr zumutbaren Zustand und die Wasserleitungs- und Wasseraufbereitungssysteme sind nicht erweiterbar. Heute befinden sich nur zehn Exponate im Park. Der Grossteil der Ausstellungen wird in fensterlosen Räumen präsentiert, was wiederum dazu führt, dass das Technorama vorwiegend als Schlechtwetter-Destination wahrgenommen wird. Die Besucherzahlen schwanken dementsprechend in Abhängigkeit vom Wetter sehr stark.

Das Projekt „Neugestaltung Park mit Wunderbrücke“ bietet die Chance einer umfassenden Erneuerung des Parks, einer Erweiterung der Experimentiermöglichkeiten und einer Steigerung der Attraktivität. Das Technorama sichert damit seine hohe Eigenwirtschaftlichkeit, um auch weiterhin als einer der grössten ausserschulischen Lernorte und als einzigartige Freizeitdestination einen wichtigen Beitrag zur Scientific Literacy der gesamten Bevölkerung der Schweiz leisten zu können.

Ziele

  • Neue Phänomene, die in Innenräumen nicht realisierbar sind, weil sie viel Raum, Höhe oder den Bezug zur natürlichen Umwelt benötigen.
  • Erhöhte Attraktivität des Parks mit einem spannungsvollen Zusammenspiel von Naturerlebnis und Experimentierstationen, Erholung und Entspannung.
  • Bau der „Wunderbrücke“  mit 130 Meter Länge als Plattform für Experimente und ungewöhnliche Ein- und Ausblicke. Sie wird zum Ingenieurbauwerk mit ikonografischer Strahlkraft.
  • Das erweiterte und attraktive Angebot für Sonnentage soll die Wahrnehmung und Nutzung als Schlechtwetterdestination überwinden und die Besucherzahlen erhöhen.
  • Der Park kann dank besserer Infrastruktur vermehrt als Veranstaltungsort genutzt werden.
  • Erfahrungen mit Outdoor-Exponaten sammeln, damit das Technorama als Exponatebauer konkurrenzfähig bleibt.
  • Die Revitalisierung des durch den Park fliessenden Riedbachs, der als Naturerlebnisort wieder zugänglich gemacht wird.


Park
Der Science Park versteht sich als naturräumlich geprägtes Kontrastprogramm zur intensiven Erlebniswelt mit Ausstellungen und Laboren. Entstehen soll eine attraktive Experimentierlandschaft mit spannungsvollem Zusammenspiel von Naturerlebnis und Experimentierstationen, Erholung und Entspannung. Der Park wird als naturhafter ‚Science Jungle‘ inszeniert, der einen bildstarken Kontrast zwischen wilder Natur und dem technisch-artifiziellen Charakter von Architektur, Wunderbrücke und Exponaten evoziert. Das markante Vegetationsbild, das aus dem Bestand entwickelt wird, schafft einen abwechslungsreichen Parkraum mit unterschiedlichen Atmosphären: dichter Stangenwald, hydrophiler Bachraum und offene Parkwiese mit Geländemodellierung. Die Exponate sind in die dichte Parkvegetation aus einheimischen Bäumen und Sträuchern eingebettet und können über ein vielgestaltiges und abwechslungsreiches Wegesystem erkundet werden.

Dieses Pflanzenkleid schafft eine dramaturgisch spannende Wegführung durch den ‚Science Jungle‘ mit einprägsamen Naturbildern: Dickichte laden zum Entdecken ein und verästelnde Wege führen den Besucher durch ein spannungsvolles Parkensemble mit wechselnden Eindrücken. Die grosszügige Ausbildung der Wegefigur ist für unterschiedlich grosse Besuchergruppen ausgelegt und erlaubt die räumliche Einbindung der Exponate in die Wegflächen. Die Wege selbst sind organisch in Baumbestand und Gelände eingebettet und werden durch dezentrale Ruheplätze und einen Veranstaltungsplatz ergänzt.

Wasser prägt den Park sowohl als atmosphärische Wasserlandschaft mit naturnahen Teichflächen als auch thematisch mit komplexen Wasserexponaten mit eigenem Wasserkreislauf und Wasseraufbereitungsanlagen. Der heute trennende Riedbach wird als Naturerlebnisraum parzellenübergreifend in den Technorama-Park eingebunden und durch angemessene Massnahmen in seinem Naturpotenzial gesteigert. Durch örtliche Geländeabflachung, Sitzstufen und Furten wird der naturnah ausgestaltete Bachrau zugänglich gemacht und das naturbezogene Erleben des Elements Wasser ermöglicht.

Wunderbrücke
Die Wunderbrücke bildet eine 130 m lange Plattform auf 10.30 bis 16.80 m Höhe, die grosszügig Platz für Exponate, Erleben und Verweilen bietet. Die grosse Höhe, mehrheitlich über den Bäumen, lässt den Weitblick bis zu den Bergen offen und ermöglicht eine Vielzahl von Experimenten.

Das Längsgefälle beträgt 5%. Die Wunderbrücke ist parallel zum Technorama angeordnet und überbrückt den Riedbach. Die zwei Parkteile werden dadurch verbunden. Das bestehende Technoramagebäude, die Wunderbrücke und der Park sind eigenständige Elemente, die aufeinander abgestimmt sind und als Gesamtanlage wirken.

Die Erschliessung erfolgt primär an zwei Stellen im Park. Vier breite, unterschiedlich geneigte Treppen führen die Besucher hoch zur Plattform. Mit Hilfe von einem vertikalen Lift ist die oberste Ebene hindernisfrei erreichbar. Die Plattform lässt sich beliebig und flexibel mit unterschiedlichsten Exponaten bestücken. Die Plattformbreite von 5.80 m bietet ausreichend Platz für Exponate und Sitzbänke. Exponate können auch seitlich an den Ober- und Zwischendecks angebracht und von unten, oben oder von den Zugangstreppen aus bedient, erlebt oder beobachtet werden. Eine bewegliche Kragbühne am höchsten Punkt und ein Glasboden von 2 x 3 m Abmessung lassen die Höhe mit ein wenig Mut besonders intensiv erleben.

Ein Wasserkreislauf führt Wasser zum obersten Punkt der Plattform und lässt es in zwei seitlich angeordneten offenen Kanälen bis zum tiefer gelegenen Plattformende fliessen. Von dort aus stürzt das Wasser in ein Tosbecken und wird von dort wieder hoch gepumpt.

Die kühne Struktur mit den beachtlichen Dimensionen wird aus konstruktiven und wirtschaftlichen Gründen in Stahl ausgeführt. Stahl ermöglicht eine filigrane Ausbildung und kann die zum Teil hohen Lasten der Exponate problemlos aufnehmen. Auch die Innenstruktur und die Geländer sind in Stahl geplant. Die gesamte Konstruktion ist auf zwei Betonsockeln, die jeweils auf vier Grossbohrpfählen mit einem Durchmesser von 100 cm und einer Länge von ca. 12 m fundiert sind, gelagert. Die Treppenstufen und der Plattformboden sind aus einheimischem Holz.

Die Wunderbrücke wird ein markantes Bauwerk für das Technorama und die Stadt Winterthur. Sie verläuft parallel zur Eisenbahnlinie Winterthur-Romanshorn. In der Nacht wird die Grundstruktur der Brücke durch LED-Strahler beleuchtet. Die Strahler sind unterhalb des Oberdecks montiert und strahlen entlang der Stahlträger zum Boden. Eine Lichtverschmutzung des Himmels wird so vermieden. Die Strahler können separat angesteuert werden und auch unterschiedliche Farben erzeugen, womit ungewöhnliche Lichtstimmungen für Veranstaltungen möglich werden.

Partner
Die Planung von Park und Wunderbrücke erfolgte mit einem Team erfahrener und renommierter Schweizer Institutionen und Büros, die die hohen Ansprüche an die architektonische und ingenieurtechnische Qualität  von Park und Wunderbrücke gewährleisten.

Das Technorama und der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA haben die Idee für die Wunderbrücke gemeinsam entwickelt. Planungspartner bei der Neugestaltung des Parks sind die Landschaftsarchitekten Rotzler Krebs Partner GmbH, die Bauingenieure Conzett Bronzini Partner AG, die Wasserbauingenieuren Hunziker Betatech AG und ein Projektleiter der Hämmerle + Partner GmbH sowie als beratender Architekt Mike Guyer vom Architekturbüro Gigon/Guyer.

Termine und Kosten
Der Park soll 2020 eröffnet werden; der Baubeginn ist für 2018 vorgesehen. Die Kosten betragen 15.5 Millionen Schweizer Franken und werden mit Zuwendungen Dritter und aus eigenen Mitteln finanziert.

Downloads der Visualisierungen des Projektes:
Park und Wunderbrücke
Park Detail
Wunderbrücke Oberdeck

Aktualisiert: 10. Juli 2015

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